Drohnenwissen
Was ist ein Notfallplan (ERP) und wann brauche ich einen?
Der Emergency Response Plan (ERP) ist Ihr Notfallplan für den Fall, dass die Drohne außer Kontrolle gerät. Er beantwortet eine einzige Frage: Was tun wir in den ersten Minuten, damit aus einem technischen Problem kein Personenschaden wird?
Wichtig ist die Abgrenzung: Notverfahren (Contingency) sollen den Flug retten – Rückkehr zum Startpunkt, Landung an einem Ausweichort. Der ERP setzt erst danach an, wenn der Flug nicht mehr zu retten ist.
Wann Sie einen brauchen
In der offenen Kategorie nicht. In der speziellen Kategorie ist der ERP Bestandteil der Risikobewertung – mit SORA 2.5 ist er als Sicherheitsziel verbindlich geworden und nicht mehr nur für höhere Risikostufen gefordert.
Was hineingehört
- Auslöser: Ab wann gilt die Lage als Notfall – Kontrollverlust, Absturz, Verlassen des Einsatzgebiets.
- Sofortmaßnahmen: Wer warnt Personen am Boden, wer sperrt ab, wer leistet Erste Hilfe.
- Alarmierung: Welche Nummern werden in welcher Reihenfolge gewählt – Rettungsdienst, Polizei, bei Nähe zu Flugplätzen die Flugsicherung.
- Rollen: Wer entscheidet, wer kommuniziert. Vorher festgelegt, nicht im Moment ausgehandelt.
- Meldewege: Die 72-Stunden-Meldung über aviationreporting.eu und gegebenenfalls die BFU.
- Sicherung der Beweise: Flugdaten sichern, Fotos, Zeugen notieren.
Was ihn brauchbar macht
Kürze und Konkretheit. Ein ERP, der im Ernstfall gelesen werden soll, passt auf eine Seite, hängt ausgedruckt in der Ausrüstung und enthält echte Telefonnummern statt Platzhalter. Er gehört zum Betriebshandbuch, ist aber der einzige Teil daraus, den Ihr Team auswendig kennen sollte.
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