Drohnenwissen

Was sollte beim Kauf einer Drohne beachtet werden?

Die Entscheidung ist gefallen! Sie haben sich entschieden für Ihr Geschäft oder für eine spezielle Aufgabe eine Drohne anzuschaffen. Vielleicht haben Sie einen speziellen Sensor oder eine Nutzlast, die Sie gerne in die Luft bringen möchten. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl von Drohnensystemen, was die Entscheidung oft nicht leicht macht. Bevor Sie zwei Mal kaufen, werfen Sie lieber einen genaueren Blick auf die Systeme oder lassen Sie sich professionell beraten. Am Ende spart dies Zeit und Ärger. Folgende Dinge sollten generell beachtet werden, wenn Sie sich mit der Anschaffung beschäftigen.

Welche Nutzlast?

Es gibt Drohnenmodelle, welche gar nicht für den Transport von Nutzlasten geeignet sind und große Drohnen, welche Nutzlasten von mehreren 100 kg tragen. Hier spielt die verfolgte Anwendung natürlich eine große Rolle. Für ein einfaches Bild oder eine semi-professionelle Kamerafahrt sind Multikopter Drohnen in einer Klasse unter 5,0 kg empfehlenswert. Oft werden aber auch Einzelanwendungen verfolgt, bei denen allein die Nutzlast schon 5,0 kg schwer ist. Dann muss man entsprechend auf leistungsfähigere Systeme mit einem höheren Abfluggewicht zurückgreifen.

Luftfahrzeugklasse

Die Entscheidung zwischen einem Multikopter und einem Starrflügler (oft auf Fixed-Wing oder Flächenflieger genannt) erfolgen. Wird ein Schweben auf der Stelle, der mögliche Indoor-Einsatz, oder senkrechtes Starten und Landen gefordert, spricht vieles für den Einsatz eines Multikopters. Aufgrund ihres relativ einfachen mechanischen Aufbaus und des breiten Einsatzspektrums haben Multikopter den größten Marktanteil bei zivil eingesetzten Profidrohnen. Sollen hingegen größere Strecken zurückgelegt werden, so liegt es nahe zu einem Starrflügler zu greifen. Darüber hinaus gibt es die wachsende Kategorie der Hybriden, welche die Eigenschaften von Multikoptern und Starrflüglern vereinen, auch VTOL's (vertical take of and landing) genannt.

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Flugzeit

Ein ständiges Thema in der Drohnenbranche ist die Flugzeit. Generell kann man sagen, dass bewährte Flugsysteme eine Flugzeit von ca. 20 Minuten aufweisen. Jedoch gibt es einen großen Unterschied zwischen einem Starrflügler und einem Multikopter. Aufgrund des dynamischen Auftriebs der Tragflächen benötigt der Starrflügler natürlich weniger Energie um "Fliegen" zu können und erreicht somit Flugzeiten von weit über einer Stunde. Der Vorteil eines Multikopters liegt aber auf der Hand, er kann senkrecht starten und landen.

Einsatzbereich

Auch bei Drohnen gilt: es gibt keinen Alleskönner. Wenn Sie Inspektionen an Fassaden durchführen möchten oder viele Flüge indoor stattfinden, dann sollte das System klein sein und über eine optische Hinderniserkennung verfügen. Kleine Drohnen sind aber bei großer Entfernung schlechter sichtbar, also empfiehlt es sich für Vermessungsflüge beispielsweise etwas größere Geräte einzusetzen. Bei Flügen außerhalb der Sichtweite ist es wichtig, dass die Drohne über Sicherheitsfeatures und Ausfallsicherheit verfügt. Dies wird zum Beispiel erreicht durch die Verwendung von 2 Akkus oder eine hohe Anzahl von Antrieben (z.b. Oktokopter). Kommt es zu einem Ausfall eines Antriebes, kann die Drohne sicher zum Startpunkt zurückkehren.

Flugstabilität

Wenn der Einsatz nah an Hindernissen und/oder bei hohen Windgeschwindigkeiten anvisiert ist, ist ein Multikopter mit leichten, kleineren Rotoren oft die beste Wahl. Entgegen der allgemeinen Behauptung sind kleinere Drohnen (ca. 1,0 kg) bei hohen Windgeschwindigkeiten gleich oder sogar weniger anfällig als die größeren Geräte (über 3,0 kg). Das liegt an der geringeren Angriffsfläche für die Windböen oder Turbulenzen. Je schwerer die Flugsysteme sind, desto träger werden auch die Flugbewegungen durch die Masseträgheit. Das kann bei manchen Anwendungen ein Vorteil sein. Generell ist zu erwähnen, dass die Flugstabilität bei den meisten Drohnen im Hobby- und Profibereich für viele Anwendungen ausreichend ist. Auch hier können Einstellungen individuell vorgenommen werden, sind aber oft nicht relevant.

Rechtliche Grundlagen

Grundsätzlich ist der kommerzielle Drohnenflug in Deutschland sehr gut geregelt. Gestaffelt nach dem Abfluggewicht gibt es Dinge, die man beachten sollte. Details diesbezüglich finden Sie in dieser FAQ. Generell kann man sagen, dass bei einem Fluggewicht unter 5,0 kg viele Einsätze ohne Sondergenehmigung oder Einzelaufstiegserlaubnis durchgeführt werden können.

Sensor / Kamerasystem

Nun ist es noch wichtig zu wissen, welche Kamera für die geplanten Missionen am geeignetsten ist. Dafür stehen am Markt eine Vielzahl sehr gut funktionierender Kamerasysteme zur Verfügung. Die mechanische Aufhängung der Kamera erfolgt über ein sogenanntes Gimbal. Diese Aufhängung mit kleinen Elektromotoren sorgt für ein wackelfreies, gerades Kamerabild, da die Bewegungen der Drohne von der Kamera entkoppelt werden müssen. Die meisten RGB (sichtbares Farbspektrum) Kameras haben eine Auflösung von 12 MP oder mehr, was für viele Anwendungsfelder auch schon vollkommen ausreichend ist. Oft sind die Kameras fest mit der Drohne verbunden und somit nicht wechselbar. Auch ein Objektivwechsel wird erst bei den Modellen in höheren Preisklassen möglich. Mit speziellen Zoomkameras oder Objektiven kann der Detailgrad deutlich erhöht werden und Schäden, im Rahmen einer Inspektion beispielsweise, sichtbar gemacht werden.

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Service und Support

Eine professionelle Abwicklung eines Projektes bedarf häufig guter Vorbereitung. Deswegen ist es besonders wichtig, dass richtige Flugsystem mit dem richtigen Zubehör zu wählen. Die große Auswahl an verfügbarem Zubehör führt in vielen Fällen zu Problemen bei der Kompatibilität. Deswegen ist es meist einfacher Systeme aus einer Hand zu erwerben. Vom Fachmann konfektionierte Produktpakete inklusive einem Ansprechpartner für Rückfragen sind daher zu empfehlen. Der Markt der professionellen Drohnenhersteller ist noch jung und wird sich mittelfristig bereinigen. Wenn Sie daher eine langfristige Zusammenarbeit mit einem Hersteller anstreben, ist es wichtig genau zu recherchieren. Nennen Sie Ihre Anforderungen und lassen Sie sich herstellerunabhängig beraten (z.B. bei Airclip ). Auch eine Schulung und entsprechende Nachweise sind heutzutage fast unumgänglich, auch wenn die Drohnen "von selber fliegen". Es kann oft zu kritischen Situationen kommen, z.B. Empfangsverlust, auf die man in den Praxisschulungen vorbereitet wird. Hinzu kommt eine Hilfeleistung bei der Inbetriebnahme oder gar Betreuung bei den ersten Projekten die Sie durchführen möchten. Lassen Sie sich Vor- und Nachteile verschiedener Systeme genau darstellen und probieren Sie die Systeme auch selbst aus. Viele Wege führen bekanntlich nach Rom. Gute Recherche und eine Beratung von Experten hilft in jedem Fall bei der Entscheidungsfindung.