Drohnen für Baugutachter und Sachverständige

Drohnen können Sie als Baugutachter wirtschaftlich unterstützen. In unserem Guide erfahren Sie alles über Möglichkeiten, Kosten und Nutzen.

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    Drohnen sind dabei, die Baubranche zu erobern. Sie helfen bei Übersichtsbildern, Detailaufnahmen und Thermogrammen. Als Baugutachter und Bausachverständiger können Sie nicht nur bei Ihren Kunden einen bleiben Eindruck hinterlassen, sondern auch Arbeitsabläufe in eine neue Zeit befördern. Hier erfahren Sie alles wichtige über Möglichkeiten, Kosten und Nutzen.

    Wofür setzen Baugutachter und Sachverständige Drohnen ein?

    Übersichtsbilder

    Die offensichtlichste Anwendung sind Übersichtsbilder aus der Vogelperspektive. Alle guten Drohnen verfügen heute über eine elektrisch verstellbare und stabilisierte Kamera, die während des Flugs in die gewünschte Position gebracht werden kann. Ganz gleich ob die Hausfassade ab dem siebten Stockwerk aufwärts dokumentiert werden soll oder Sie eine Draufsicht der Baustelle benötigen - die Drohne hilft, wenn der Arm zu kurz wird.

    Detailaufnahmen von Schäden in großen Höhen

    Gute Zoom-Kameras decken zwar große Teile der täglichen Aufgaben vom Boden ab. Manchmal würde man ein Detail aber doch gern aus der Nähe oder unterschiedlichen Winkel begutachten. Auch hier nutzen Sie die flexible Perspektive einer Drohne.

    Drohne vor Hochhaus-Fassade

    Abbildung 1: Drohne vor Hochhaus-Fassade

    Thermogramme

    Neben normalen Sichtkameras verfügen Profi-Drohnen natürlich auch über eine hochauflösende Wärmebildkamera. Messen Sie zuverlässig Temperaturunterschiede und entdecken Sie neue Möglichkeiten der Thermografie. Die meisten Drohnen nutzen Infrarot-Sensoren bekannter Hersteller, sodass Sie Ihre gewohnte Analyse-Software einfach nutzen können. Für alle anderen werden einfache Analyse-Tools mitgeliefert.

    Bau- und Schadensdokumentation mit Drohnen

    Drohnen sind grundsätzlich sehr benutzerfreundlich designed. Die Kamera-Funktionen werden i.d.R. über ein in die Fernsteuerung integriertes Display gesteuert, das auch gleichzeitig das Live-Bild anzeigt. Die Bedienoberfläche erinnert an Smartphones und ist dadurch intuitiv.

    Sie starten die Drohne einfach per Knopfdruck und fliegen sie an die richtige Stelle. Kurz fokussieren und das Bild per Tastendruck auslösen - fertig! Die Aufnahmen werden auf einer microSD-Karte gespeichert. Nach dem Flug nehmen Sie die microSD-Karte aus der Drohne, stecken Sie in Ihren Laptop und führen eine kurze Sichtprüfung durch. Wenn alles scharf ist, ziehen Sie die Aufnahmen auf Ihren Laptop und können Sie ab sofort in Gutachten und Dokumenten weiterverwenden.

    Thermografie mit Drohnen

    Was mit der Sichtkamera funktioniert, geht natürlich auch mit einer Wärmebildkamera. Der Markt um Wärmebild-Drohnen ist hart umkämpft und die Preise sinken. Sie bekommen Drohnen mit 640 Pixel breiten Wärmebildkameras schon ab unter 8.000€ - günstiger als manches handgehaltene Gerät. Durch Kooperationen zwischen Drohnenherstellern und bekannten Thermal Herstellern wie z.B. FLIR halten die Geräte auch was sie versprechen. Die typischen Output Formate sind R-JPEG oder TIFF für nahtlose Integration in bekannte Analyse-Software.

    Wärmebild eines Gebäudedaches mit einer 640x512px Wärmebild-Kamera

    Abbildung 2: Wärmebild eines Gebäudedachs

    Technische Besonderheiten für gewerblich genutzte Drohnen

    Jetzt sollten Sie eine erste Idee haben, wie Sie eine Drohne unterstützen kann. Neben dem Kamera-Sensor gibt es aber noch ein paar andere Faktoren, die Sie vor einem Kauf beachten sollten.

    Eingebautes Display

    Die Fernsteuerungen von Drohnen lassen sich in jene ohne eingebautes Display und jene mit einem eingebauten Display unterscheiden. Wer kein eingebautes Display hat spart Geld, weil er einfach sein Smartphone oder Tablet als Anzeige nutzt. Dabei wird aber häufig die Performance bei kalten Temperaturen unterschätzt: Insbesondere Apple-Geräte und Smartphones reagieren oft stark auf niedrige Temperaturen. Dabei gilt häufig, dass ein eingefallener Smartphone-Akku auch das Ende des Einsatzes bedeutet.

    Darüber hinaus nutzen Sie Ihr Endgerät natürlich nicht nur zum Drohnenflug und müssen stets darauf achten, genügend Akkureserve zu haben. Den Preisvorteil kauft man sich hier mit ständiger Sorge um den Akkuzustand eines weiteren Geräts ein. Denn natürlich müssen Sie neben dem Smartphone auch die Fernsteuerung und die Flugakkus laden.

    Bei einem eingebauten Display haben Sie keinen zusätzlichen Aufwand. In den Fernsteuerungen sind i.d.R. deutlich größere Akkus verbaut als in Ihrem Smartphone. Dementsprechend entfällt hier die Sorge um die Energiereserven weitgehend. Außerdem müssen Sie sich nicht mit herumhängenden Verbindungskabeln herumschlagen - was auch gegenüber dem Kunden einen besseren Eindruck hinterlässt.

    Flugverbotszonen

    Zum eigenen Schutz verbauen Hersteller zunehmend vorprogrammierte Flugverbotszonen in Ihren Geräten, die nicht nur Sie als Piloten schützen, sondern auch die Hersteller selbst vor folgenschwerem Unfug mit ihren Geräten bewahren. Das ganze hat aber auch die Kehrseite, dass Sie nicht mal eben überall starten können. Sofern Sie in einer Verbotszone in der Nähe eines Flughafens oder einer Regierungseinrichtung stehen, wird sich die Drohne weigern abzuheben. Der einzige Ausweg ist die Zone per Antrag freizuschalten. Je nach Persönlichkeit kann man die eine oder die andere Variante toll finden. Entscheiden Sie selbst.

    Flugverbotszonen und Warnzonen für Drohnen

    Abbildung 3: Flugverbotszonen und Warnzonen für Drohnen

    Sicherheitsfeature - ADS-B

    Während eines Einsatzes ist man oft mit seinen Gedanken im Bild und vergisst leicht, den Luftraum auf eventuell Rettungshubschrauber zu überwachen. Das ist gefährlich! Ein System namens ADS-B kann Sie per akustischer und visueller Meldung vor herannahenden Luftfahrzeugen warnen. Ein kleines Feature, das selten gebraucht wird - aber wenn es Sie einmal gewarnt hat werden Sie es nicht wieder missen wollen.

    Beheizbare Akkus oder Heizkoffer

    Insbesondere in der Thermografie ist die Winterzeit besonders interessant, um Wärmedurchgänge zuverlässig identifizieren zu können. Selbstverständlich möchten Sie gerade in dieser Zeit Ihre Drohne nicht zu Hause lassen. Leider vertragen die in Drohnen genutzten Lithium-Akkus sich nicht gut mit kalten Temperaturen. Während der Startphase ist der Akku noch kalt und wir aber unter Umständen schon mit vollem Strom belastet - das geht auf die Lebensdauer. Das Problem umgehend einige Hersteller durch selbsterwärmende Akkus. Vor dem Start wärmen sich die Akkus auf und sind auf Betriebstemperatur, wenn Sie sie brauchen.

    Rechtliche Anforderungen für gewerbliche Drohnenpiloten

    Wenn Sie sich für eine Drohne entschieden haben, dann müssen Sie noch ein bisschen Aufwand für die Anforderungen des Gesetzgebers einplanen. Für die meisten gewerblichen Drohnenpiloten ist der großen EU-Drohnenführerschein (A2) die persönliche Eintrittskarte in den Drohneneinsatz. Sie bekommen den großen EU-Drohnenführerschein online oder offline und sollten zwei Schulungstage zzgl. 2-3 Nachmittagen Vorbereitungszeit einplanen.

    Daneben gibt das Gesetz natürlich noch ein paar weitere Regeln vor, die im Alltag mit Drohnen zu berücksichtigen sind. Soweit Sie im Auftrag über privatem Gelände unterwegs sind, können die meisten Einschränkungen aber vernachlässigt werden. Die Gesetze regeln vor allem Sicherheitsabstände zu unbeteiligten Dritten und Themen der Privatsphäre. Alles wichtige dazu lernen Sie in unserer Schulung zum großen EU-Drohnenführerschein.

    Drohnenwissen

    Weitere Antworten finden Sie in der Airclip Drohnen FAQ

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