Was ist LiDAR und wann lohnt es sich gegenüber Photogrammetrie?

Drohnenwissen

Was ist LiDAR und wann lohnt es sich gegenüber Photogrammetrie?

LiDAR (Light Detection and Ranging) misst Entfernungen mit Laserimpulsen. Der Sensor sendet pro Sekunde Hunderttausende Impulse aus und berechnet aus der Laufzeit des zurückgeworfenen Lichts, wie weit der getroffene Punkt entfernt ist. Das Ergebnis ist unmittelbar eine Punktewolke – ohne den Rechenschritt, den die Photogrammetrie braucht.

Der entscheidende Unterschied: Vegetation

Photogrammetrie rechnet aus Bildern. Was die Kamera nicht sieht, existiert im Modell nicht – über einem Wald bekommen Sie die Baumkronen, nicht den Boden darunter. Ein Laserimpuls dagegen findet Lücken im Blattwerk und erreicht den Boden. Aus denselben Daten lassen sich deshalb Oberflächen- und Geländemodell trennen (siehe DGM und DOM).

Das ist der Hauptgrund, aus dem Kunden zu LiDAR wechseln – nicht die Genauigkeit an sich.

Wann LiDAR die richtige Wahl ist

  • Bewachsenes Gelände, bei dem das Geländemodell zählt: Forst, Böschungen, renaturierte Flächen, Deponien mit Bewuchs.
  • Schmale, hohe Strukturen wie Freileitungen, Masten oder Geländer – die reißen in der Photogrammetrie regelmäßig ab.
  • Schlechte Lichtverhältnisse. LiDAR bringt sein eigenes Licht mit und arbeitet auch in der Dämmerung oder bei diffusem Wetter.
  • Wenig Textur: frischer Schnee, Sand, einfarbige Dachflächen. Der Photogrammetrie fehlen dort die gemeinsamen Bildpunkte.

Wann Photogrammetrie ausreicht

Für offene, gut texturierte Flächen liefert Photogrammetrie vergleichbare Genauigkeit – bei einem Bruchteil der Hardwarekosten und mit einem echten Vorteil: Sie bekommen ein farbiges Orthomosaik dazu, das man Kunden zeigen kann. Baustellendokumentation, Volumenberechnung auf offener Halde, Dachaufmaß: Da ist LiDAR selten nötig.

In der Praxis kombinieren viele Systeme beides – Laserscanner und Kamera in einer Nutzlast, sodass die Punktewolke eingefärbt wird.

Was Sie einplanen müssen

LiDAR-Nutzlasten kosten ein Vielfaches einer Kamera und verlangen eine entsprechende Trägerdrohne. Dazu kommt der Nachbearbeitungsaufwand: Rohdaten müssen mit Trajektoriendaten verrechnet, klassifiziert und gefiltert werden – das ist ein eigener Arbeitsschritt mit eigener Software und eigener Einarbeitung. Wer LiDAR anschafft, kauft nicht nur einen Sensor, sondern einen Prozess.

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