Der neue EU-Drohnenführerschein

Jetzt alle Informationen zum neuen EU-Drohnenführerschein.

  • Wann wird er notwendig?
  • Was geschieht mit meiner Drohne?
  • Was passiert mit meinem alten Drohnenführerschein?

Wir klären auf!

Inhalte

    Im Jahr 2020 haben sich die Gesetze für den Betrieb von Drohnen wieder einmal geändert. Die Änderungen werden aufgrund der Corona-Pandemie zum Jahresbeginn 2021 in Kraft treten. Seit 2017 gibt es bereits die nationale Drohnenverordnung, die nun von der EU-Drohnenverordnung abgelöst wird. Mit dieser Änderung kommen auch neue Führerscheine und Nachweise. Damit Sie den Überblick behalten, haben wir die wichtigsten Informationen über die Nachweise für Sie zusammengefasst:

    Registrierungspflicht für alle!

    Für Betreiber von Drohnen mit einer Kamera – ganz unabhängig vom Abfluggewicht – gilt ab 30.04.21 (Achtung: wurde wegen COVID vom 31.12.20 verschoben) die Registrierungspflicht. Wir möchten noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass Sie sich als Pilot registrieren lassen müssen – nicht aber Ihre Drohne. Wer privat eine Drohne betreibt muss sich also genauso einmal registrieren lassen wie das Unternehmen, das 100 Drohnen betreibt. Die Registrierung erfolgt online beim Luftfahrt Bundesamt und ist voraussichtlich ab dem Stichtag, d.h. dem 30.04.2021, möglich.

    Drohnen bis 250g führerscheinfrei

    Wie bereits auch bei der nationalen Drohnenverordnung, können kleine Drohnen ohne einen Nachweis betrieben werden. Das maximale Abfluggewicht darf dabei 250g nicht überschreiten. Dies betrifft zum Beispiel die DJI Mini Serie und andere kleinere Drohnen in der Gewichtsklasse. Als Übergangsregelung dürfen Bestandsdrohnen unter 500g in der EU bis 01.01.2022 ohne Führerschein in allen Unterkategorien betrieben werden, speziell in der Bundesrepublik sogar bis 01.01.2023.

    Achtung: Sie müssen sich trotzdem registrieren!

    Aus einem deutschen Drohnenführerschein werden zwei EU-Drohnenführerscheine

    Bisher gab es einen deutschen Drohnenführerschein und entweder man hatte Ihn oder nicht. Dieser wird nun von zwei EU-Drohnenführerscheinen abgelöst. Sie können sich die beiden als kleinen und großen EU-Drohnenführerschein einprägen. Die Änderung tritt am 31.12.20 in Kraft. Aber müssen Sie jetzt hysterisch losrennen und sich sofort einen Schulungsplatz organisieren? Wahrscheinlich nicht. Werfen wir mal einen Blick auf die Übergangsregelungen.

    Übergangsregelungen für Besitzer des deutschen Drohnenführerscheins

    Vorab der Hinweis: Mit „deutscher Drohnenführerschein“ meinen wir den Kenntnisnachweis nach §21d LuftVO – d.h. NICHT die Einweisungsbescheinigungen vom DMFV oder DAeC oder eine Privatpilotenlizenz. Alle letzteren verlieren zum 31.12.20 komplett Ihre Gültigkeit zum Betrieb von Drohnen!

    Das wichtigste zu Beginn: Ihr deutscher Drohnenführerschein gilt weiter und zwar für ein ganzes Jahr bis zum 31.12.2021 in allen EU-Ländern – in Deutschland sogar zwei Jahre bis 31.12.2022. Also zwei Jahre Ruhe? Ganz so einfach ist es nicht. Denn der deutsche Drohnenführerschein hat ohne weiteres nur den Wert eines kleinen EU-Drohnenführerscheins. Und da es neben dem kleinen auch einen großen EU-Drohnenführerschein gibt, sollte Ihnen an dieser Stelle klar werden, dass Sie sich auf teils drastische Einschränkungen in der erlaubten Drohnennutzung gefasst machen müssen.

    Wer aber den großen EU-Drohnenführerschein benötigt, der kann trotzdem auf dem deutschen Drohnenführerschein aufbauen. Vor kurzem wurde entschieden, dass ein deutscher Drohnenführerschein plus einer praktischer Selbsterklärung gleichwertig zum großen EU-Drohnenführerschein ist. Damit sind Sie dann ebenfalls bis zum 31.12.2022 sicher unterwegs.

    Die Königsfrage: Bestandsdrohne oder zertifizierte Drohne?

    Alles steht und fällt damit, ob Ihre Drohne zu den Bestandsdrohnen gehört. Und um es schnell zu machen: Falls Sie eine Drohne besitzen oder kaufen möchten, ist das garantiert eine Bestandsdrohne – und daran wird sich bis Mitte 2021 nichts ändern. Sie fragen sich, warum dann die Königsfrage? Weil sich fast alle Artikel und Hilfestellungen im Internet auf zertifizierte Drohnen beziehen, die es aber noch gar nicht gibt.

    Kurz zusammengefasst: Wir wollen uns hier nicht mit den Herausforderungen der Zukunft beschäftigen, sondern mit Ihren aktuellen Herausforderungen. Also schauen wir uns zuerst die Übergangsregeln für Bestandsdrohnen an.

    Übergangsregeln über Bestandsdrohnen

    Die Übergangsregeln gelten für ein Jahr bis 31.12.2021 in allen EU-Staaten. Speziell in Deutschland gelten Sie sogar für zwei Jahre bis 31.12.2022.

    Bestandsdrohnen bis 500 g führerscheinfrei

    Alle Bestandsdrohnen bis 500 g dürfen ohne Drohnenführerschein in allen Risiko-Kategorien A1, A2 und A3 geflogen werden, d.h. auch über einzelnen Menschen. Eine kurze Erklärung von A1, A2 und A3 finden Sie hier. Es wird weder ein deutscher Drohnenführerschein noch ein kleiner oder großer EU-Drohnenführerschein benötigt.

    Bestandsdrohnen bis 2 kg mit deutschen Drohnenführerschein oder kleinem EU-Drohnenführerschein in A3

    Über 500 g wird der kleine EU-Drohnenführerschein (oder der deutsche als Äquivalent) Pflicht. Mit einer Bestandsdrohne bis maximal 2 kg dürfen Sie dann in A3 fliegen. Zur Erinnerung: Das bedeutet stets 150 m zu unbeteiligten Personen zu halten – was ziemlich viel ist.

    Bestandsdrohnen bis 2 kg mit großem EU-Drohnenführerschein maximal 50 m statt 150 m

    Wem die 150 m mit dem kleinen EU-Schein zu wenig sind, der muss sich zu einem Kurs für den großen EU-Drohnenführerschein anmelden. Damit dürfen Sie dann bis 50 m an unbeteiligte Personen heranfliegen.

    Bestandsdrohnen über 2 kg mit kleinem EU-Drohnenführerschein in A3

    Wenn Sie eine Drohne über 2 kg Abfluggewicht haben, dann müssen Sie sich leider mit der Kategorie A3 zufriedengeben. Hier hilft auch ein großer EU-Drohnenführerschein nicht weiter. ABER: Die Drohnen sind nicht verloren. Viele Hersteller (z.B. DJI) kümmern sich nämlich gerade um eine Nachzertifizierung für Bestandsdrohnen. Aber Zertifizierung wofür? Dafür müssen wir jetzt doch einen Blick über den Tellerrand der Bestandsdrohnen werfen.

    Neue EU-Gewichtsklassen von C0 bis C4

    Was zunächst sperrig klingt ist eine sehr schlaue Idee. Denn Hersteller werden zukünftig dazu verpflichtet, jede hergestellte Drohne mit einem Schild zu versehen. Auf dem Schild steht dann C0, C1, C2, C3 oder C4. Dazu gibt es einen kleinen Zettel wo draufsteht, wo ich mit meiner neuen Drohne der Klasse C0, C1, C2, C3 oder C4 fliegen darf. Die Klassen sind nach Abfluggewicht wie folgt definiert:

    • C0: bis 250 g
    • C1: bis 900 g
    • C2: bis 4 kg
    • C3/C4: bis 25 kg

    Dazu gilt ein einfacher Grundsatz: Je leichter die Drohne, desto näher darf ich an unbeteiligten Personen heranfliegen. Um diese einfache Regel umzusetzen wurden drei Kategorien A1, A2 und A3 definiert:

    • A1: über einzelnen unbeteiligten Personen
    • A2: bis 30 m an unbeteiligten Personen
    • A3: bis 150 m an unbeteiligte Personen

    (Sie merken, es geht hier um die Folgen eines möglichen Unfalls.)

    Und Tada! Wenn wir C‘s und A’s zusammenbringen, dann landen wir bei den aktuellen Regeln, die da wären:

    1. C0 darf ohne jeden Drohnenführerschein in A1 fliegen
    2. C1 darf mit kleinem EU-Drohnenführerschein (oder Äquivalent) in A1 fliegen
    3. Für C2 gibt es zwei Möglichkeiten:
    4. C2 darf mit kleinem EU-Drohnenführerschein (oder Äquivalent) in A3 fliegen
    5. C2 darf mit großem EU-Drohnenführerschein in A2 fliegen
    6. Für C3/C4 wieder nur eine:
    7. C3/C4 darf mit kleinem EU-Drohnenführerschein in A3 fliegen

    So simpel, so gut. Jetzt gibt es aber das Problem mit den Drohnen, die so ein Schild noch nicht haben – unseren geliebten Bestandsdrohnen. Neben der Gewichtsgrenze müssen für eine Einteilung in die C-Klassen noch ein paar weitere Anforderungen wie z.B. Systeme zur Fernidentifizierung und Geosensibilisierung an Bord sein. Auf diese wollen wir hier nicht näher eingehen, da Sie nur vorwiegend für Hersteller interessant ist. Wir wollen damit nur noch einen Punkt setzen: Nur weil eine Bestandsdrohne weniger als 4 kg wiegt heißt das nicht, dass man Sie auch für die Klasse C2 nachzertifizieren kann! Die großen Hersteller sind aber dabei Ihr möglichstes für eine Nachzertifizierung zu tun. So müssen sich Besitzer von DJI Drohnen relativ wenig Sorgen machen. Sie wollen auf dem neusten Stand sein? Wir informieren Sie regelmäßig auf unserem Youtube-Kanal über Möglichkeiten und Ablauf der Nachzertifizierung. Jetzt abonnieren!

    Jetzt wissen Sie also wofür Sie den kleinen und/oder großen EU-Drohnenführerschein brauchen. Schauen wir uns also abschließend an, welche Anforderungen in den einzelnen Prüfungen zu erfüllen sind und – viel wichtiger – wo Sie die EU-Drohnenführerscheine bekommen.

    Für leichte Drohnen und Wiesenflieger: Der kleine EU-Drohnenführerschein

    Die Prüfung dazu wird zentral ab Januar 2021 beim Luftfahrt Bundesamt angeboten und etwa 30 bis 40 Euro kosten. Für folgende Beispiel-Modelle ist der kleine Drohnenführerschein (oder ein Äquivalent) dann dringend erforderlich:

    Dieser Online-Test setzt sich aus 40 Multiple-Choice Fragen aus 9 Fachgebieten zusammen, unter anderem zu Luftrecht, Privatsphäre, Datenschutz und Fragen über die EU-Richtlinien zum Bedienen einer Drohne. Um die Prüfung zu bestehen, müssen mindestens 75% korrekt beantwortet werden, wobei die Wiederholung des Tests möglich ist.

    Für fast alle sinnvoll: Großer EU-Drohnenführerschein

    Der große EU-Drohnenführerschein im Gegensatz zum kleinen EU-Drohnenführerschein dezentral von so genannten benannten Stellen vergeben. Wir werden voraussichtlich ab Januar 2021 benannte Stelle sein und Lehrgänge mit Prüfung zum großen EU-Drohnenführerschein anbieten. Die Prüfung kann nach Vorliebe in Online oder in Präsenz abgelegt werden.

    Für die Teilnahme an der Prüfung zum großen EU-Drohnenführerschein sind ein paar wichtige Voraussetzungen zu erfüllen:

    • Sie müssen den kleinen EU-Drohnenführerschein besitzen und
    • eine praktische Eigenerklärung abgeben, d.h. Ihre praktischen Flugfähigkeiten nachweisen.

    Wenn Sie beides nicht haben und möglichst schnell von Null zum großen EU-Drohnenführerschein möchten, dann ist unsere EU-Komplett-Schulung Ihre Wahl.

    Die Inhalte des Tests sind aufbauend auf dem erfolgreichen Bestehen des kleinen EU-Drohnenführerscheins Themen wie Wetterkunde, Drohnen-Technik und Gesetze.

    EU Drohnen Führerschein A2

    Wie kann ich meinen deutschen Drohnenführerschein in einen kleinen EU-Drohnenführerschein umschreiben lassen?

    Für die bereits erteilten nationalen Drohnenführerscheine wird eine Übergangsfrist von einem Jahr gelten. Bis zum 31.12.21 ist es möglich, den alten Kenntnisnachweis in einen EU-Kompetenznachweis umschreiben zu lassen. Der Antrag dazu ist beim Luftfahrt-Bundesamt einzureichen: Das Formular dazu wird ab dem 4. Quartal 2021 auf den Seiten des LBA zu finden sein.

    Wo ist mein EU-Drohnenführerschein gültig?

    Wie mit allen EU-Richtlinien, gelten diese selbstverständlich in allen EU-Staaten. Darüber hinaus aber auch in Norwegen, Island und der Schweiz. Jedoch kann es Abweichungen in den Flugbeschränkungen und Verbotszonen für Drohnen geben.

    Sie brauchen den großen EU-Drohnenführerschein?

    Wir haben Ihn! Wählen Sie jetzt aus drei Varianten.

    Drohnenwissen

    Fragen & Antworten aus der Airclip Drohnen FAQ

    Drohnenrecht Briefing

    - Spezial Newsletter -

    • 2x monatlich.
    • Auf den Punkt.
    • Belastbare Informationen.
    Drohnenführerschein vor Drohne

    Sie brauchen den großen EU-Drohnenführerschein?

    Wir haben Ihn! Wählen Sie jetzt aus drei Varianten.


    Persönliche Beratung

    Sie haben Fragen und benötigen eine kompetente Beratung?