Drohnenwissen
Was ist beim Drohnenbetrieb im Winter zu beachten?
Fliegen im Winter ist kein Problem – wenn man einkalkuliert, dass sich mehrere Dinge gleichzeitig verschlechtern.
Akkus verlieren Leistung
Kälte erhöht den Innenwiderstand: Die Spannung fällt früher ab, die nutzbare Kapazität sinkt, und die kritische Phase der Entladekurve beginnt deutlich eher als gewohnt. Rechnen Sie mit spürbar kürzeren Flugzeiten und landen Sie mit größerer Reserve als im Sommer.
Was hilft: Akkus warm transportieren und erst kurz vor dem Einsatz einsetzen, vor dem Start auf Betriebstemperatur bringen, nach dem Vorwärmen zügig starten. Viele Systeme heizen den Akku selbst vor – das kostet allerdings ebenfalls Kapazität.
Kondenswasser
Der klassische Fehler: kalte Drohne aus dem Einsatz direkt in den warmen Transporter oder ins Büro. Dann schlägt sich Feuchtigkeit auf und in der Elektronik nieder. Besser: im Koffer akklimatisieren lassen und erst öffnen, wenn das Gerät Raumtemperatur hat.
Vereisung
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt mit hoher Luftfeuchte oder Nieselregen kann sich Eis an den Propellern ansetzen. Das verändert die Aerodynamik und das Gewicht – und zwar schnell und ungleichmäßig. Anzeichen sind ein veränderter Klang und eine träge reagierende Drohne. In solchen Bedingungen wird nicht geflogen.
Sichtverhältnisse
Kurze Tage, tiefstehende Sonne, diffuses Licht vor Schneedecke: Die tatsächliche Sichtweite ist im Winter oft nur ein Bruchteil der sommerlichen. Vor grauem Himmel oder über Schnee verschwindet eine graue Drohne erstaunlich schnell.
Für die Vermessung
Frischer Schnee ist texturarm – der Photogrammetrie fehlen die gemeinsamen Bildpunkte, und die Ergebnisse werden unbrauchbar. Hier ist LiDAR im Vorteil, weil es nicht auf Textur angewiesen ist.
Und der Pilot
Kalte Finger bedienen Steuerknüppel schlechter, und Displays werden bei Kälte träge. Handschuhe, die die Feinmotorik zulassen, und ein windgeschützter Standplatz sind kein Luxus.