Drei Tricks für bis zu 45% weniger Post-Processing Zeit! (Photogrammetrie mit Drohnen)

06.07.2021 13:00

Photogrammetrie kann zeitraubend sein, wenn man den Prozess nicht richtig versteht. Oft liegt es nicht an zu wenig Rechenleistung des Computers, sondern an mangelnder Ausbildung der Anwender. Wir erklären drei einfache Tricks, mit denen Sie bis zu 45% weniger Post-Processing Aufwand haben.

Anforderungen kennen!

Orthomosaike variieren stark in der Dateigröße, wenn die Auflösung auch nur wenig angepasst wird.

Sie fliegen einfach immer auf 30 m Höhe? Das kann Sie viel Zeit und Geld kosten. Vielen Kunden reichen Genauigkeiten im Dezimeter-Bereich. Es ist zwar ehrenwert, dass mit unter 1-2 cm Bodenauflösung und 4-5 cm absoluter Genauigkeit überraschen, aber die Flugzeit ist nicht das Einzige, was Ihnen auf Dauer die Kosten explodieren lässt. Statt 100 Bildern muss Ihr Rechner mit 200 Bildern oder mehr umgehen. Sie selbst müssen die Daten speichern und akquirieren vollkommen unnötig riesige Datenmengen. Am schlimmsten ist jedoch, dass Ihr Kunde ebenfalls sehr große Dateien übergeben bekommt, die ihm wiederum zur Last fallen. Tun Sie sich und Ihren Kunden also etwas Gutes und hinterfragen Sie den Sinn des Einsatzes. Über die lange Strecke kommen gezielt akquirierte Daten allen Beteiligten zugute. 

PPK oder RTK Drohne einsetzen!

RTK Drohnen sind gut an Ihrem RTK-Turm zu erkennen.

Ihnen ist sicher aufgefallen, dass der erste Schritt des Photogrammetrie-Prozesses viel Zeit in Anspruch nimmt und scheinbar ohne brauchbares Ergebnis bleibt. Selbstverständlich ist der Schritt der Kamera-Ausrichtung alles andere als sinnlos, aber trotzdem etwas nervenaufreibend. Er ist dafür zuständig, die Position und Ausrichtung der Kamera bei der Aufnahme jedes Bildes zu berechnen. Aber warum ist das überhaupt nötig? Wir kennen doch die Ausrichtung aus GNSS und IMU – oder nicht? Das ist wahr. Aber leider ist jede Messung mit Fehlern behaftet und die sind bei Drohnen besonders hoch. Nicht nur das GNSS (GPS und Co.) System hat in der Normalausführung mit 5 bis 10 Metern Lagegenauigkeit nur eine mäßige Aussagekraft. Auch die Ausrichtung der Kamera im Raum ist mit dem aktuellen Stand der Technik nur schwer feststellbar. Die einzige Möglichkeit, um zu einer vernünftigen Ausrichtung zu kommen, ist die Kamerapositionen gegeneinander zu vergleichen. Das wird anhand von klar erkennbaren Fixpunkten auf der Erde gemacht und dauert eben seine Zeit. Eine gute Möglichkeit, um diese Zeit zu verkürzen ist eine möglichst genaue GNSS Position mit RTK oder PPK herzustellen. Hiermit kommen wir von 5 bis 10 Metern auf 1 bis 3 Zentimeter Positionierungsgenauigkeit. Stelle man sich die zugehörigen Fehlerellipsen vor – d.h. die Fläche aller Punkte, wo die Kamera tatsächlich sein könnte – merkt man schnell, dass der Computer deutlich weniger zu tun haben wird. Tun Sie sich also einen gefallen und schaffen Sie sich eine RTK- oder PPK-fähige Drohne an. Mit allem anderen machen Sie sich das Leben nur unnötig schwer.

Bounding Box verwenden!

Bei der Photogrammetrie sollte man das Zielgebiet stets eingrenzen, um Rechenzeit zu sparen.

"Lieber ein bisschen mehr aufnehmen als zu wenig!" So ist die Marschrute in jedem gutem Unternehmen, denn abschneiden kann man ja immer noch. Aber dann machen Sie es bitte auch! Ein großer Fehler ist, immer die komplette Fläche zu prozessieren, die auch aufgenommen wurde. Dabei ist es in allen Photogrammetrie-Programmen einfach möglich einen Raum zu definieren, der die interessante Gegend eingrenzt. Ihre Kamera-Ausrichtung wird zwar immer noch vollständig stattfinden, dafür sparen Sie aber enorm Zeit bei allen nachfolgenden Prozessen. Insbesondere bekommt Ihr Kunde dann auch wirklich nur den Bereich, den er haben möchte. Sie wissen schon: Weniger Daten, weniger Ärger, mehr Profit

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