Drohnenwissen
Was ist eine ICAO-Karte?
ICAO-Karten sind Luftfahrtkarten nach den Richtlinien der International Civil Aviation Organisation, herausgegeben von der Deutschen Flugsicherung. Sie zeigen Gewässer, Siedlungen, Verkehrswege, Flugplätze, Lufträume und Flugbeschränkungsgebiete.
Für die Flugvorbereitung mit der Drohne sind sie heute nicht mehr das Mittel der Wahl. Ihre Pflicht, vor jedem Flug die geografischen Gebiete zu prüfen, erfüllen Sie über das dipul-Portal des Bundes – dort sind die für Drohnen relevanten Gebiete tagesaktuell und drohnenspezifisch aufbereitet. Die rechtlich maßgebliche Primärquelle bleibt das AIS-Portal der DFS mit AIP und NOTAM.
Wofür die ICAO-Karte trotzdem nützlich ist: Sie vermittelt das Verständnis für die Luftraumstruktur, in der Sie sich bewegen – und das ist Prüfungsstoff wie Praxiswissen zugleich.
Kontrollierter und unkontrollierter Luftraum
Im unkontrollierten Luftraum G gilt das Prinzip des Sichtflugs: Jeder Pilot – ob bemannt oder unbemannt – achtet selbst auf andere Luftfahrzeuge und weicht aus. Dafür braucht es Sicht. Unterhalb von 3.000 ft beträgt die erforderliche Flugsicht 1.500 m; nur Hubschrauber dürfen bei entsprechend reduzierter Geschwindigkeit bis auf 800 m heruntergehen. Praktisch heißt das: Bei Nebel ist der Drohnenflug ausgeschlossen. Selbst wenn Sie Ihre eigene Drohne noch gut sehen, erkennen Sie ein herannahendes Luftfahrzeug nicht rechtzeitig, um auszuweichen.
Kontrollzonen (CTR) liegen um Flughäfen und größere Landeplätze. Hier gilt seit dem 6. August 2026 ein neues Verfahren der DFS mit vier Zonen und gestaffelten Höhen statt der früheren pauschalen 50-m-Freigabe. Welche Höhe an Ihrem Startpunkt zulässig ist, sehen Sie in dipul.
Daneben gibt es ATZ (aerodrome traffic zone), RMZ (radio mandatory zone) und TMZ (transponder mandatory zone). Sie setzen Funkausrüstung oder einen Transponder voraus – beides haben gängige Drohnen nicht, weshalb ein Einflug in der Regel ausscheidet.
Gedruckte Karten beziehen Sie über Fachhändler für Luftsportbedarf. Digitale Kartendienste gibt es von mehreren Anbietern; rechtlich bindend ist keiner davon.